Text und Fotos: Horst Pawlitzky
Stand vom Juli 2007

Die Schlosskirche
Wenn wir nun nach halblinks gehen und kurz danach rechts einbiegen, dann
führt uns der Schloßweg vorbei an der Schlosskirche. Sie bildet den
städtebaulichen Auftakt zur Lützschenaer Schlossanlage und war
Gottesdienstraum und zugleich Begräbnisstätte für die Gutsbesitzerfamilie.
Erbaut wurde sie vor 1500. Ein noch erhaltenes Holzkruzifix aus dem Jahre
1450 befindet sich in der Sakristei. Die Kirche wurde mehrfach verändert, so
dass heute nur noch der Chor im Originalzustand erhalten ist. Im 16.
Jahrhundert wurde auf romanischen Bauresten ein Gebäude mit rechteckigem
Langhaus und eingezogenem rechteckigen Chor errichtet. Im Jahre 1855
ergänzte man nach Plänen des Leipziger Architekten Oskar Mothes den Bau in
romantischer Weise durch die Ausbildung von Treppengiebeln sowie durch die
Errichtung eines Westturmes in neugotischer Art mit sichtbarem
Ziegelmauerwerk und Spitzbogenportal unter einem spitzen Turmabschluß. Die
Baufälligkeit um 1965 führte zu einer Neugestaltung des Inneren unter
Erhaltung historischer Details wie dem Sakramentshaus und dem
Sakristeiportal. Inzwischen wurde die Schlosskirche ein weiteres Mal
renoviert: Im Jahre 1997 konnte der Turm saniert werden und 1999 erfolgte die
Erneuerung des Innenraumes. Der alte Flügelaltar, welcher aus der Kirche stammt
und sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts am Ostgiebel befand, wird im
Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig aufbewahrt. Sein Zustand ist so, dass
er dringend der Restaurierung bedarf, wozu allerdings die nötigen Mittel in
Höhe von etwa 55.000 € fehlen.
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